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Yevgeny Zamyatin – George Orwell – Anthony Burgess – Herbert Marcuse
Die alten Könige hatten das Privatleben der Leute nicht
gestört. Sie wurden nur von ihren Handlangern, den Adligen und der Kirche
unterstützt.
Aber Napoleon war der erste. Er war von ganz unten
gekommen, hatte sich hochgearbeitet und terrorisierte nun mit seinen
aberwitzigen Ideen die ganze Welt. Diese neue Art von Diktator erschien auch
in der Speisekammer und im Schlafzimmer. Er verlangte nicht nur das stille
Einverständnis, er wollte, dass man mit ihm jubelte. Er war förmlich süchtig
danach, vom Volk auf den Schultern getragen zu werden. Er war nicht mehr nur
Gottes Stellvertreter auf Erden, sondern wollte etwas erschaffen.
Die Restauration von 1816 hätte dann die alte lauwarme
Brühe, in der die Leute ihr Leben fristeten, wiederherstellen sollen. Aber
nur noch 100 Jahre sollte dieses Paradies für untätige Eliten andauern. Im
20. Jahrhundert hob das unreife Volk, das mit der Demokratie noch nichts
anzufangen wusste, freche Zwerge in die Höhe. Fast jedes Volk hatte seinen
eigenen Clown, Deutschland Hitler, Italien Mussolini, Ungarn Horthy, Spanien
Franco, Russland Lenin, der auf Nationalismus baute, um sein eigenes
Himmelreich auf Erden einzurichten. Und das ergab den Stoff für neue,
literarische Werke:
Yevgeny Zamyatin mit seinem „МЫ” (Wir) war der erste. Die
Welt ist in 2 Teile geteilt: in unser System und die Äußeren, die Primitiven,
die Barbaren. Jedweder Kontakt zu jenen ist unmöglich. Bis es doch gelingt.
George Orwell mit „1984“ der zweite. Das System überwacht
alles: „Big brother is watching you!“ und verlangt absoluten Gehorsam und
Unterwürfigkeit. Die Geschichte der Menschheit wird je nach Bedarf anders
gedeutet und umgeschrieben. Es ist zweifelhaft, dass Orwell, wie so oft
erklärt wird, nur das kommunistische System beschreiben wollte, vor allem so
kurz nach den Nazi-Schrecken.
Anthony Burgess mit „1985“ der dritte. Er visioniert die
Macht des Öls. Wahrscheinlich als Folgerung, dass die Welt vor einem großen
Konflikt oder Kampf um die Ressourcen der Welt steht. Die Frage ist nur, wie
er auf den Gedanken gekommen ist, dass den Arabern erlaubt wird, ihr Öl
unabhängig zu verkaufen, da sie ja nach dem 2. Weltkrieg von den U.S.A.
gezwungen wurden, es ausschließlich in Dollar auf den Weltmarkt zu bringen.
Vielleicht wollte er sich bei der U.S-Regierung einschmeicheln, indem er die
arabische Welt als großen Feind darstellte.
Der vierte und hier letzte in der Reihe ist Herbert
Marcuse mit „Der eindimensionale Mensch“. Das Modell des beeinflussten, ohne
über einen eigenen Willen verfügende Einzelne, der wie der Esel, dem man eine
Karotte vorhält, an der Nase herumgeführt wird, weil er durch immer neue
Konsumgüter gelocht wird, in ihm ständig neue Bedürfnisse geweckt werden, von
Dingen, die er eigentlich nicht benötigt.
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Else
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Dienstag, 10. März 2015
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